Chronik

 

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach

 

Aufgaben und Ausrüstung im Wandel der Zeit

Hauptaufgebe der in 1865 neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Maßbach war den Brandschutz der Gemeinde zu sichern. Die bis dahin voBild1rhandene u
nd weiterhin bestehende Pflichtwehr war für diese Aufgabe nicht mehr ausreichend. Stattdessen mussten die Anwohner, welche kein Mitglied der Wehr waren,  Abgaben an den sogenannten  Feuerwehrfond zahlen.

Eine erste Auflistung der bei der Freiwilligen Feuerwehr vorhandenen Gerätschaften ergibt sich aus einem Protokolleintrag vom August 1871 , in dem der neu gewählte „Zeugwart“ die ihm übergebenen Gegenstände quittieren musste: „5 Helme für die Spritzenmannschaft, 4 Helme für die Staigermannschaft, 8 Beile, 2 Seile, 4 „Wollen Schnüre“, 9 verschieden farbige Schnüre, 15 Armbänder und 2 Stück Pfeifen.“

Die Aufgabenstellung der Freiwilligen Feuerwehr werden aus dem damaligen Neuwahlenprotokoll deutlich. Neben dem Feuerwehrhauptmann wurden u.a. die Zugführer der 1. und der 2. Spritze, ein Steigerkommandant und ein Schubleiterkommandant gewählt. Zusätzlich gab es noch den gewählten 1. Signalisten, dem zur Aufgabe gemacht wurde mit 3 weiteren „die Signale mit den anderen gut einzuüben“.

Ebenfalls stark eingebunden in den Feuerschutz waren die damaligen Fuhrwerksbesitzer, die verpflichtet waren, im Falle eines Brandes, sofort ihre Karren einzuspannen.

Im Jahre 1912 stiftete Dr. Benckiser der Feuerwehr die erste Feuerwehrspritze und im Jahre 1931 wurde der erste Hydrantenwagen für die Feuerwehr beschafft. Aus den vorhandenen Protokolleinträgen der Einsätze ist ersichtlich, dass es sich nicht nur um Brände Innerorts Maßbachs handelt, sondern dass auch auswärts die Orte durch Hilfeleistung unterstützt wurden.

Ab dem Jahr 1934 musste sich auch die Freiwillige Feuerwehr mit den möglichen Folgen des Krieges auseinander setzen. Hierzu fand im März 1936 eine Verdunkelung Maßbachs statt, wobei jeder Wehrmann dafür sorgen sollte, „dass diese richtig durchgeführt wurde“.

Im Jahre 1939 wurde nach einem Beschluss der Reichsführung die Feuerwehr der Polizei eingegliedert und als Polizeihilfstruppe angesehen. Somit hätte sie zur Unterstützung von Polizeimaßnahmen überall eingesetzt werden können. Das Jahr 1940 als erstes Kriegsjahr, hatte zur Folge, dass immer mehr Feuerwehrleute zur Wehrmacht eingezogen wurden. Von der Kreisfeuerwehrführung wurde daher angeordnet, die Hitlerjugend zum Feuerwehrdienst heranzuziehen.

1942 erhielt die Hitlerjugend eine 400 Liter Motorspritze. Damit wurde ein Meilenstein in die Motorisierung der Feuerwehrausrüstung gelegt. Aufgrund der weiteren Mobilmachung 1943 wurde es notwendig, eine weibliche Feuerwehr aufzustellen. Bereits im  Jahre 1944 hatte diese bei einem Scheunenbrand ihre große Bewährungsprobe und diese auch nach dem Protokolleintrag „hervorragend bestanden“ hat.

Am 7.April 1945 kam der „Totale Krieg“ mit einem Fliegerangriff auch nach Maßbach, wobei eine Scheune in Brand geschossen wurde. Dieser Brand konnte aber schnell gelöscht und damit größeren Schaden verhindern werden.

Nach Beendigung des Krieges erhielt die Freiwillige Feuerwehr wieder ihren alten Status zurück und konnte sich einzig allein wieder der Brandbekämpfung widmen. Technisch konnte sie auf eine Motorspritze und für den Transport auf einheimische Lastwagenbesitzer zurückgreifen.

Ab dem Jahr 1957 wurden die ersten Schutzanzüge für die Wehrleute beschafft.

1960 begann für die Freiwillige Feuerwehr das Zeitalter der eigenen Motorisierung. Ein umbauter DKW-Kombi fand Einzug in Maßbach. 1963 folgte ein VW- Kleinlöschfahrzeug.  Jedoch weiß das Protokoll zu berichten, dass im Jahr 1973 zwei junge Feuerwehrmänner bei einem unerlaubten nächtlichen Ausflug, das Feuerwehrauto zu Schrott fuhren. Dies hatte zur Folge, dass die angesetzte Übung einige Tage später ohne Fahrzeug stattfand.

Seit dem Jahre 1960 wurden für die Feuerwehren im Landkreis so genannte Leistungsprüfungen eingeführt, wobei Löschgruppen innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Wasserversorgung für drei C-Strahlrohre aufzubauen hatten. Die Freiwillige Feuerwehr Maßbach konnte als 2. im gesamten Landkreis diese Prüfung mit Erfolg ablegen.

Zum 110-jährigen Gründungsfest erhielt die Freiwillige Feuerwehr Maßbach ihr erstes „echtes“ Feuerwehrauto: ein Löschfahrzeug 8 der Marke Opel Blitz. Noch nicht einmal richtig übergeben musste dieses bereits seinen ersten Löscheinsatz beim Großbrand des Schlossgutes Benckieser antreten.

Das Protokollbuch berichtet aus dem Jahre 1978 von einer „neuartigen Brandbekämpfungsmethode“. Hierzu konnten für eine unabhängige Wasserversorgung „neuartige Güllefässer mit 3.000 Liter Fassungsvermögen“ und neue Flächenstrahlrohre, zum Beispiel bei Waldbränden, eingesetzt werden. Alle diese neuen technischen Errungenschaften benötigten natürlich auch mehr Platz, so dass bald klar wurde, dass ein eigenes Feuerwehrgerätehaus notwendig wurde. Im Jahre 1982 wurde dann auch der Grundstein gelegt und im Rahmen der 120-Jahrfeier, vom 28.Juni bis zum 1.Juli 1985 , konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden und die Freiwillige Feuerwehr Maßbach wurde damit zur Stützpunktwehr erklärt.

Besonders stolz konnte die Feuerwehr Maßbach auf ihre weiblichen Mitglieder sein, die im Jahre 1986 als erste rein weibliche Feuerwehrgruppe mit Erfolg die Leistungsprüfung ablegte. Im Jahr 1989 bestand eine Maßbacher Feuerwehrkameradin als 1. Frau im Landkreis die Atemschutzprüfung mit Erfolg.

Ab dem 11. bzw. 12. Juli 1992, der offiziellen Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeuges, eines Tanklöschfahrzeug 16/25, und einer neuen, auf 18 Meter ausziehbaren Anhängeleiter, erhielt die Freiwillige Feuerwehr Maßbach weitere Aufgabe. Hierzu gehörte insbesondere die Aufgabe der so genannten „Technischen Hilfeleistung“.  Als 4.Wehr im Landkreis konnte sie 1994 mit zwei Gruppen erfolgreich die neu eingeführte Leistungsprüfung “Technische Hilfeleistung“ ablegen.

Im gleichen Jahr löste man bundesweit den Katastrophenschutz auf und Geräte und Aufgaben gliederten sich in die Feuerwehren ein. In diesem Zusammenhang wurde der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach ein kompletter ABC-Zug zugeordnet. Hierzu gehörte ein so genanntes Dekontaminationsfahrzeug (abgekürzt: DMF), ein VW-Kübelwagen und ein VW-Mannschaftsbus. Mit dieser Eingliederung eröffneten sich für junge Männer ab sofort die Möglichkeit, statt Wehrdienst, Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach abzuleisten.

Im Oktober 1999  wurde eine neue Tragkraftspritze TS8 / 8 eingeweiht, die die defekte, aber von 1975 bis 1997 im Einsatz befindliche Pumpe, ersetzte. Der ABC-Zug besitzt seit 2001 ein neues Fahrzeug: den Gerätewagen Dekontamination Personal. Das Erkundungsfahrzeug VW- Kübelwagen wurde ausgemustert und verkauft. Den ebenfalls ausgemusterten VW-Mannschaftsbus kaufte die Gemeinde Maßbach.

Mit der Eröffnung der Bundesautobahn 71 Schweinfurt – Erfurt im Dezember 2005 erweiterte sich das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach auch auf technische Hilfeleistung im Bereich der Abfahrt Maßbach.

Seit Januar 2006 befindet sich ein „neues gebrauchtes“ Fahrzeug im Fuhrpark der Feuerwehr Maßbach. Da das LF8, das über 30 Jahre im Dienst war, durch häufig anstehende Reparaturen einen immer größeren finanziellen und zeitlichen Aufwand erforderte, war eine neue Anschaffung unausweichlich. Ein gebrauchtes TSF ersetzte nun den Opel Blitz.

Im Jahr 2011 standen einige Neuerungen für die Feuerwehr Maßbach an.

Seit diesem Jahr wird die Feuerwehr neben der Sirene auch über Handy alarmiert. Mit der Handyalarmierung werden vergleichsweise kostengünstig mehr Kameraden und Kameradinnen bei einem anstehenden Einsatz erreicht. Auch bei der Technik hat sich in diesem Jahr viel getan und so konnten ein neues Duschzelt für die Dekon – Komponente und sogenannte Schlauchpakete für den Innenangriff in Dienst gestellt werden.

Im darauffolgenden Jahr 2012 konnte ein ausgesonderter, gut gepflegter Atemluftkompressor der Werkfeuerwehr Kernkraftwerk Grafenrheinfeld  in Maßbach seinen Dienst antreten. Des Weiteren begann in diesem Jahr die Verjüngung des Fuhrparks. Es war notwendig geworden, den damals gekauften Mannschaftsbus zu ersetzen. Nach einigen Monaten des Um– und Ausbaus konnte ein neuer Ford Transit Mannschaftstransportwagen seinen Dienst aufnehmen.

2014 bekam die Freiwillige Feuerwehr Maßbach eine Wärmebildkamera. Mit dieser neuen Technik ist es nun möglich sich in verrauchten Räumen besser zu orientieren und somit vermisste Personen schneller zu finden oder Brandherde zu lokalisieren.

Zudem kann mit dieser Kamera die Personensuche im freien Gelände unterstützt oder die Füllstände von leckgeschlagenen Behältern überprüft werden.

 

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Maßbach: Dieses große Jubiläum konnten wir vom 12.-15. Juni 2015 feiern. Mit vielen befreundeten Wehren und Vereinen  wurde das Fest mit einem Festzug und großem Rahmenprogramm begangen.

Vorausgegangen war im April ein gelungener Kommersabend, mit vielen Grußworten und einem nicht alltäglichen Vortrag der Chronik und Ehrungen.

Schirmherrin war Frau MdB Sabine Dittmar.

 

Ein neuer Rüstsatz konnte 2016 in Dienst gestellt werden. Aufgrund immer besserer Materialien bei den Fahrzeugen wurde diese Anschaffung notwendig um verunfallten Personen schnelle Hilfe leisten zu können.

Ein weiterer großer Schritt war 2016 die Eingliederung der aktiven Wehr Volkershausen in die Wehr Maßbach, da die Personalstärke der Wehr Volkershausen  nicht mehr groß genug gewesen war, um den Einsatzdienst aufrecht zu erhalten.

Dieser Schritt war sinnvoll und eine Bereicherung für beide Ortsteile.

 

2017 das Jahr der Modernisierung:

Da das Feuerwehrhaus in die Jahre gekommen ist, waren Renovierungen unumgänglich.

Durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde und unter Mithilfe der Maßbacher Feuerwehr wurden in die Gerätehalle neue Tore eingebaut und die Halle neu geordnet.

Es sind nun Spinde im hinteren Teil der Halle für alle Einsatzkräfte angebracht.

Dies wurde möglich, da die Schlauchpflege und Aufbewahrung derselben nach Volkershausen ausgelagert wurde.

neueswappen

Als Meilenstein ist die Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF 20) im Dezember zu sehen. Mit diesem Fahrzeug besitzt die Feuerwehr Maßbach nun ein Arbeitsgerät, mit dem nahezu alle Einsatzszenarien vom Brandschutz über die Technische Hilfeleistung abgearbeitet werden können.

Die Kosten für dieses Fahrzeug lagen bei 400.000€

Da dieses Fahrzeug eine komplette Gruppe aufnehmen kann, ersetzt es das TLF und das TSF.

2018 wurde das TLF 25/16 verkauft. Das TSF wurde in Volkershausen stationiert, deren eigenes einen Motorschaden besitzt. Ihr eigenes wurde ebenfalls verkauft. Im Mai wurde das neue HLF 20  mit einem kleinen Fest eingeweiht. 

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